
Geheimtreffen im Gasthof Zehetner an der Schusslinie.
(Wien, im September 2010) Der “Zehetner” liegt dort, wo andere sagen, dass in Wien der Arsch der Welt ist. Im Industriegebiet von Wien-Simmering. Für jene, die dort wohnen, ist der Arsch der Welt das Zentrum. Es bleibt Frage der Perspektive.
Am 1. September 2010 fand um 16 Uhr 30 ein Geheimtreffen statt, an dem Leute teilnahmen, die nicht wollen, dass ihr Foto in Medien erscheint. Es wurde die Zukunft von “Helmis Nightmare” beredet.
Wie gefährlich das Treffen schon allein von der Örtlichkeit war, zeigt, dass der Schanigarten in der “Schusslinie” liegt. Die Lage blieb trotzdem ruhig.

Die Lage war brisant: Der Schanigarten zum Gasthof hinten hinaus, wo die Besprechung stattfand, liegt direkt in der Schusslinie. (Foto: Karte)
Unter den Anwesenden: Der Herausgeber dieser Seite. Sollenau-Experte Franz Mikschl mit modischen Brillen und blauem Versace-Hemd. Er verlor gestern beim Kartenspiel Geld und suchte Gesellschaft. Kurt musicmachine Radowisch mit seinem 1.000 Euro Apple-Laptop, auf dem er 18.000 Songs gespeichert hat. Er spielte mit Tastendruck Lieder an und rippte für Anwesende CDs. Drei weitere hier nicht Genannte am Tisch. Und natürlich Gerhard “Helmi” Eichberger, der Bratwurst aß. Helmis Bart wird immer länger, aber er hatte Dinge zu erzählen, die keinen langen Bart haben. Also Dinge, die brandneu sind.
Reinigendes Platzkonzert
Es war eine Besprechung wie ein Platzregen, ein reinigendes Platzkonzert. Es fielen klare Worte, glatte Schüsse. Dinge wurden abgehakt und begraben.
Kernpunkt war der geplante Gig von “Helmis Nightmare” im Rahmen der “Langen Nacht der Museen 2010″. Er ist ABGESAGT und findet nicht statt. Das Gerücht zirkulierte schon tagelang per Email. Helmi bestätigte es nun definitiv. Die Gründe:
- 1. Werbemuseum-Gründer Peter Thomas Suschny wollte, dass im Rahmen der “Langen Nacht der Museen 2010″ eine Band eine Art kurzes Rahmungsprogramm für die Museumsgäste spielt. Wobei, das war der Planungsfehler, nicht genau definiert wurde, welches Programm. Die Vorstellungen gingen etwas auseinander: Suschny wollte ein paar alte Werbelieder, die in Vergessenheit geraten sind, neu instrumentiert und sagte, dass die Band daneben auch zwei, drei eigene Lieder spielen soll. Das alles, nun zum Wesentlichen: Gratis. Die “Lange Nacht der Museen 2010″ wird vom ORF mitgetragen, aber die Museen sind selbst verantwortlich, wie sie ihr Rahmenprogramm gestalten. Das “Werbemuseum” ist eine reine Privatinitiative und klamm. Es hat kein Geld. Somit wäre Helmi der “Veranstalter” gewesen, der die Musiker aus eigener Tasche zahlt.
- 2. Diese Webseite berichtete, dass in der getreuen Nachfolge von Fredl Petz nun Peter Karoly von “Stahlhammer” der “neue starke Mann” des Bandprojekts “Helmis Nightmare” sei. Das stellte sich als nicht richtig heraus. Karoly sagte im Juni erst zu, dass er für den 2. Oktober 2010 mit Helmi und Musikern vorbereitet. Es gibt auch einen Kompositionsentwurf für ein Lied. Doch dann trat ein, dass er genau am 2. Oktober 2010 in Deutschland einen Auftritt hat. Zugute halten muss man Karoly ausdrücklich, dass er den Preis human gestaltete (3 x 200 Euro für die Band für den Abendauftritt und 70 Euro pro Mann für die Probentage). Damit hätte Helmi gut leben können. Er sah sich verstanden und einig. Doch Karoly sagte ohne eine einzige gemeinsame Probe ab.
- 3. Neue Leute meldeten sich in den vergangenen Wochen an Helmis Telefon. Darunter ein Gitarrist. Er sagte, er spielt am 2. Oktober 2010 im Rahmen Werbemuseum gern und gratis. Helmi war hocherfreut und überzeugt, dass es noch Idealisten mit Herz gibt. Der Gitarrist sagte, dass er Musiker bei der Hand hat, die mitmachen würden. Doch Tags darauf rief der Schlagzeuger bei Helmi an, und machte ein flottes Preisgespräch: 500 Euro pro Musiker (drei Personen) für den Auftrittabend, der 15 Minuten dauern sollte. Außerdem gäbe es nur drei Proben, mehr Zeit sei nicht. Helmi, enttäuscht: “Drei Proben sind viel zu wenig. Vor allem, da ich erfahren habe, dass im Werbemuseum sonst keine Band spielt und wir das Programm nun von fünf auf neun Lieder aufgestockt haben.” Konzertdauer wäre “statt 15 Minuten nun 37 Minuten reine Spielzeit, mit Überleitungen 40-45 Minuten”, so Eichberger.
- 4. Dann äußerte sich Werbemuseum-Initiator, dass er offenbar gänzlich missverstanden wurde. Er wolle eigentlich nur einen Alleinunterhalter, der alte Nummern aus vergangenen Werbefilmen wie “Strahler 80″, “Weißer Riese” nachspielt und eventuell einen Vokalisten, der die Sprechstimme darüber legt. An Kunst war nie gedacht. Eichberger fragte dann bei Kurt Radowisch an, der am Keyboard versiert ist. Dieser winkte sofort ab: “Werbemusik mache ich nicht.”
Damit ist der Auftritt im Rahmen der “Langen Nacht der Museen 2010″ mit dem Bandprojekt “Helmis Nightmare, ein Drahdiwaberl auf Solopfaden” gestorben. Das ergab die Besprechung an der Schusslinie in Simmering am 1. September 2010.

Derzeit steht die Produktion der ersten Platte an der Tagesordnung.
[Großansicht Foto oben]
Indessen nimmt Helmi Zuflucht an drei Stellen, um seine schaupielerische, gesangliche und mentale Balance zu verbessern. Entscheidend dabei ist, dass jeder seinen Anteil leistet und gut zusammen gearbeitet wird.
Es gibt genug zu tun: Im Sektor Außenpräsentation, im Sektor Ausbildung, im Sektor Veranstaltungsakquise, im Sektor Marketing, im Sektor Binnenstruktur des Bandprojekts, das insgesamt nach wie vor in der Schwebe ist, da es kaum Musiker gibt, die sich ernsthaft einbringen wollen.
Es muss an allem gearbeitet werden. Nicht schlecht, dass mehrere mitdenken.
Marcus J. Oswald (Ressort: Projekt Helmis Nightmare)
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